Wieder Dahoam – und ein großes Dankeschön

*English Translation Below*

Danke an…

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Dieser Post ist das erste auf Deutsch in diesem Blog, aber zum Ende meines Aufenthalts in Deutschland muss ich etwas für die Leute in Deutschland schreiben. Mehr als 14 Monate nach meiner Ankunft in Deutschland bin ich wieder in Australien, um ein neues Studium zu beginnen, und ein Kapitel in meinem Leben ist jetzt fertig. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt, viel hartes Training absolviert, und viele nette und hilfreiche Menschen kennengelernt.

Das erste Dankeschön geht an meinen Mitbewohner, Martin. Er hat mir an vielen Stellen geholfen, zum Beispiel beim Einzug in die Wohnung ganz am Anfang, oder wenn ich ein Auto suchte, und musste zu jedem Händler gefahren werden. Wir haben oft zusammen gekocht und gegessen, sind mehrmals zusammen geradelt, und haben sogar Langlauf gemacht (er macht es ganz gut!).

Danke an meine Vermieterin Andrea: für die regelmäßigen Brotlieferungen aus dem Holzofen, für die Gläser Prosecco die wir getrunken haben, für die Sylvester Party vor einem Monat, und für die guten Konversationen. Die anderen im Gebäude dürfen nicht vergessen werden: Brigitte, Klaus und Wolfgang haben alle das Leben in der Wohnung verbessert.

An meine zwei Trainer: Michi für die Saison 2014-15 und Markus für diese Saison. Ich weiß, dass es ungewöhnlich ist, einen Australier in seiner Gruppe aufzunehmen, insbesondere wenn er in der Nacht vor dem Trainingsbeginn einen SMS schickt, um zu fragen ob er mitmachen darf. Danke, dass ihr mich jeden Tag geduldet und geholfen haben. Danke auch an die Mitglieder der Trainingsgruppe, besonders Laura, Luci, Sofie und Pia, von denen ich sehr viel über Langlauftraining gelernt habe. Ihr habt alle die Schwierigkeiten der langen, regnerischen Einheiten vermindert.

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Auch an die Leute im Skiinternat: meine Arbeit als Nachhilfelehrer war eine Herausforderung, aber hat auch Spaß gemacht. Elisabeth und das ganze Team da waren alle sehr Hilfreich, und ich hoffe, dass die Schüler und Schülerinnen etwas von mir gelernt haben! Jetzt kenne ich mich viel besser mit den Unterschieden zwischen ‚simple present‘ und ‚present progressive‘ aus… ich wusste nicht, dass English so schwierig ist!

Danke auch an Stefan, Renate und Alaia: ich habe mich auf meine Besuche dort immer gefreut, und es war sehr nett, dass ich zwischen dem Allgau und den Sudalpen einen Ort hatte, wo ich mich wohlfühlen konnte.

Ich kann natürlich nicht alle hier nennen, also ich sage einfach: danke für die guten Zeiten. Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Jahren für keine lange Zeit im Allgäu wohnen, aber ich werde immer zurückkehren, entweder zum Urlaub oder fürs Training. Es ist wirklich eine der schönsten Regionen Europas, und trotz dieses schwierigen (und komischen) Dialektes, des manchmal fehlenden Schnees und des Regens.

Lucky enough to call this home, and to have this view to wake up to!

Rennbericht

An meinem letztem Tag habe ich auch ein Rennen gemacht, nämlich das längste Langlaufrennen meines Lebens, das ‘Ski-Trail’ 60km Skating im benachbarten Tannheimer Tal. Das wäre normalerweise kein Problem, aber diesmal musste ich am gleichen Tag 35 Stunden Reisezeit beginnen, und die Bedingungen waren sehr langsam und schwierig. Ich hatte für das Rennen Regen erwartet, aber am Start war schon 10cm Neuschnee, auch auf der Straße, was die Anreise mit Jessis Auto schwierig gemacht hat. Danke Jessi für das Auto!

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Dieser Neuschnee kam nach ziemlich viel Regen, deshalb war die Fläche teilweise grau, nass und langsam wegen des Wassers, teilweise war sie trocken genug unten und der Schnee da war nur tief und langsam. Aus diesem Grund war auch die Bestzeit mehr als 3 Stunden.

Ein Schneemobil fuhr gleich vor den führenden Läufern, um den Neuschnee zu walzen; leider war die Spur nicht breit, und 200m nach dem Start ist einer auf mein Stock getreten – weil wir alle auf der Schnellen spur laufen wollten – was den Stock natürlich gebrochen hat. Als wir kurz danach wieder durch das Start/Zielgelände gelaufen sind, habe ich ‚Stock! Stock!‘ geschrien, aber niemand hat mir einen gegeben. Dann hat ein anderer Läufer mir gesagt, dass ich umdrehen soll, um eine kürzere Distanz zu machen, aber das wollte ich gar nicht hören, und sowas zu einem anderen Teilnehmer zu sagen finde ich schlecht. 300m danach hat eine Frau mir einen gegeben, aber die Handschlaufe machte es schwierig, den Stock im Griff zu halten. Ich wollte meinen neuen Stock nicht brechen, sonst hätte ich entweder den, der mein Stock gebrochen hat, oder den, der sagte, dass ich umdrehen sollte, geschlagen.

Nach 5km war ich wieder bei den Führenden, und nach 10km habe ich die Führung übernommen, weil ich den Tempo am langen anstieg Richtung Oberjoch kontrollieren wollte, und ich versuchte es, die Gruppe zu verkleinern, mit ein bisschen Erfolg. Das bedeutete auch, dass ich mehr Gegenwind bekommen habe, also vielleicht war diese Entscheidung nicht optimal. Nach 33.5km sind wir wieder durch das Stadion gelaufen, und in dem Moment habe ich bemerkt, dass die anderen 4 in der Gruppe jetzt schneller waren, und dass mein Ski nicht mehr gut ging.

Die nächsten 26km zählte zu den härtesten Kilometern meines Lebens: ich hatte Hunger, nachdem ich mein Gel nicht öffnen konnte (ich hasse Powerbar Gel, aber konnte nur diese Marke in den Geschäften finden), und ich habe dann fast 9 Minuten gegenüber den Siegern verloren. Auch einer, der Weit hinter mir war, hat mich überholt, und dann kurz vor dem Ziel war ein anderer plötzlich gleich hinter mir: glücklicherweise hat mein Sprint ganz am Ende gereicht. Fazit: 6er Platz, aber schade, dass ich mit den ersten 4 nicht mitlaufen konnte.

Der Start am Tag davor
Der Start am Tag davor
Die Rennstrecke, auch am Tag davor
Die Rennstrecke, auch am Tag davor

Vorbeifliegende Gedanken

Einige Kleinigkeiten, die ich gelernt oder gedacht habe, in den letzten Wochen.

  • Die Öffnungszeiten der Supermärkte haben mich bis zum Ende genervt. Bei uns in Australien kann man auch um 22 Uhr einkaufen gehen, oder am Sonntag. Sehr gut wenn man das ganze Wochenende weg ist, und kein Frühstück für Montag kaufen kann.
  • Auf der anderen Seite: es staunt mich, dass die Post am Samstag geliefert wird. So nützlich ist es für mich nicht, aber trotzdem…
  • Die Müllentsorgung ist viel zu kompliziert, aber jetzt kann ich sie mit Selbstbewusstsein machen.
  • Deutschland hat auch zu viel Bürokratie und zu viele Regeln. Ich hatte Angst, dass jemand mich verklagen würde, weil ich etwas Falsches gemacht habe.
  • Anderseits ist es wunderschön, dass es in Bayern so wenige Blitzer gibt, und dass das Bußgeld so niedrig ist. Auf den Straßen kann man sich entspannen und nicht immer auf das Tacho schauen, obwohl ich in Deutschland niemals geblitzt wurde.
  • Die ethnische Vielfalt mit der deutschen Küche fehlt ein bisschen, aber es ist toll, wie viele Arten Gurken, Wurst und Milchprodukte (insb. Quark) in den Supermärkten sind. Schade, dass Wurst jetzt Krebserregend ist…
  • Kässpatzen und Maultaschen will ich weiter in Australien kochen… sau lecker! Und der Bergkäse im Allgäu ist auch nicht schlecht!
  • Ich beichte, dass ich an einem Wochentag meine Reise mit einem Bayern-Ticket um 8.44 Uhr begonnen habe.
  • Jetzt verstehe ich, warum Englisch schwierig ist: diese verdammte Zeitformen!
  • Trotz der wechselnden Stimmung in Deutschland, ist es noch bewundernswert, wie viel man da für Flüchtlinge macht. Der Horst (Seehofer) fordert eine Obergrenze von 200 000, was für fast jedes anderes Land noch sehr viel ist. In Australien haben wir einmal nur 12 000 zusätzliche Syrer genommen, und wir haben uns gesagt, dass wir so großzügig sind.

Naja, jetzt ist Schluss. Das Allgäu und die Allgäuer werden mir immer am Herzen liegen, und es wird bestimmt nicht mein letztes Mal in Deutschland sein, also, mach’s gut und Pfiat euch!

Vilsalpsee
Vilsalpsee, Tannheimer Tal

*Translation*

Thankyou to…

This was the first post in German for this blog, but for the end of my stay in Germany I thought I ought to write something for people in Germany. Over 14 months after my arrival in Germany, I’m back in Australia to start a new university course, and a chapter of my life has now finished. During this time I’ve learnt a lot, done much hard training, and met many lovely and helpful people.

The first thanks go to my housemate,, Martin. He helped me at many stages, for example with moving into our apartment at the beginning, or when I was buying my car at the start and had to be driven to each dealership. We often cooked, ate, sometimes cycled, and even did cross-country skiing together (he’s quite good at it!).

Thanks to my landlady (I really hate that word so let’s use Vermieterin) Andrea: for the regular deliveries of home-made bread from the wood oven, for the glasses of Prosecco, for inviting me to your New Year’s party, and for the great banter. The others in the building mustn’t be forgotten: Brigitte, Klaus and Wolfgang have all improved life there.

To my two coaches: Michi for the 2014-15 season and Markus for this season. I know it’s unusual to take on a random Australian in your group, particularly when he asks to join by text message the night before the season starts, but thanks for tolerating and helping me every day. Thanks also to the other athletes in the training group, particularly those for the most recent season: Laura, Luci, Sofie and Pia, from whom I’ve also learnt a lot about training. You all helped to lower the difficulties of long, rainy training sessions.

To the people at the Skiinternat (ski boarding school): my work as a tutor was a challenge but was also a lot of fun, Elisabeth and the whole team there were all very helpful, and I hope that the students learnt something from me! Now I am much more familiar with the differences between ‘simple present’ and ‘present progressive’… I didn’t know English was so difficult!

Thanks also to Stefan, Renate and Alaia, in Austria: I always looked forward to my visits at your place, and it was lovely to have a place between the Allgäu and the Southern Alps where I could stop and visit.

I of course can’t name everyone here, so I will simply say thanks for the good times. I probably won’t be living in the Allgäu again in the next few years, but I will always come back, either for holiday or training. It is truly one of the most beautiful regions in Europe, despite the funny and difficult-to-understand dialect, the sometimes lacking snow, and the rain. So much rain…

Race Report

On my last day I did a race, namely the longest cross-country race of my life: the 60km of skating in the nearby Tannheimer Tal, known as ‘Ski-Trail’. It normally wouldn’t be a problem, but this time I had to begin a 35 hour journey on the same day, and the conditions were very difficult and slow. I had expected rain for the race, but at the start there was already 10cm of fresh snow, including on the road, which made the journey there with Jessi’s car difficult, since I had already sold mine. Thanks anyway for the car Jessi, it was a lifesaver!

The new snow came after a lot of rain, so the track was sometimes grey, wet, slow and deep because of the water soaking through; sometimes it was dry enough underneath and the snow was only deep and slow. Because of this even the winning time was more than 3 hours.

A snowmobile drove just in front of the leading racers, to groom the new snow; unfortunately the track wasn’t wide, and 200m after the start someone stepped on my pole, which of course broke it, because we all wanted to go in the faster track. As we came back through the start/finish area shortly after the start, I cried out ‘pole! pole!’ but no one gave me one. Another racer then said to me that I should turn around and do a shorter distance race, but I didn’t want to hear that, and anyway saying something like that to another competitor is pretty bad I think. 300m later a woman gave me one of hers (returned at the end of the race of course), but the pole strap made it difficult to hold onto the pole. Not wanting to break my new pole, I resisted the temptation to whack either the guy who broke my pole or the guy who told me to turn around.

After 5km I was back on the leading group, and after 10km I took the lead, because I wanted to control the pace on the long climb up to Oberjoch, and I also tried to make the leading group a bit smaller, with some success. This also meant that I got more headwind, so perhaps this decision wasn’t the best one. After 33.5km we went back through the start/finish again, and at that time I noticed that the other four in the group were faster, and that my skis weren’t running well anymore.

The next 26km were some of the hardest of my life: I was hungry, after not being able to open my gel (I hate Powerbar gel, but I could only find that brand in shops), and I then lost almost 9 minutes compared to the winners. Even one guy who was a long way behind me managed to overtake, and then shortly before the finish someone else was suddenly just behind me: fortunately my sprint at the end was enough to hold him off. In conclusion: 6th place, but it’s a shame that I couldn’t keep up with the first four.

Passing Thoughts

Here are a few small things that I’ve learnt or thought in the past weeks.

  • The opening hours of supermarkets annoyed me even at the end. In Australia you can also go shopping at 10pm, or on Sunday. It’s great when you’ve been away the whole weekend, and need to buy breakfast for Monday.
  • On the other hand, it amazes me that mail is delivered on a Saturday. It’s not that useful for me, but still…
  • Waste disposal is way too complicated, but at least now I can do it with confidence
  • Germany also has too much bureaucracy and too many rules. I was worried that someone would sue me for doing something wrong.
  • On the hand, it’s great, that there are so few speed cameras in Bavaria, and that the speeding fines are so low (about $50 for 20km/h over the limit). On the roads you can relax and not look at the speedo all the time, although I didn’t actually get any fines in Germany.
  • The ethnic diversity in German food is somewhat lacking, but it is great how many types of pickled cucumber, processed meat, and dairy products (particularly Quark/rennet cheese) there are in supermarkets. Just a shame that processed meat causes cancer.
  • Kässpatzen (cheesy egg pasta with fried onion) and Maultaschen (German pork ravioli) are things I want to cook again in Australia… so good! And the Allgäu hard cheeses are also not bad!
  • I confess that on a weekday I once began my train journey with a Bayern Ticket at 8:44am (they are valid from 9am)
  • Now I understand why English is so difficult: those bloody tenses!
  • Despite the changing mood in Germany, it is still admirable how much is done for asylum seekers. Bavarian Premier Horst Seehofer is demanding an upper limit of 200 000 per year, which for almost any other country is still a lot, but gets criticism for stinginess in Germany. In Australia we have decided to take on 12000 additional Syrians as a once-off, and we praised ourselves for our generosity.

Anyway, now it’s over. It certainly won’t be my last time in Germany, so, have a nice time and see ya!

A somewhat cold selfie on my second-last day in Europe
A somewhat cold selfie on my second-last day in Europe
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